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Unternehmen haben Verantwortung für einen ethischen Umgang mit KI

Vom 12.06.2019

Kaum ein Zukunftsthema beschäftigt uns derzeit so stark wie Künstliche Intelligenz (KI). Sie wird uns in vielen Bereichen unseres Lebens begegnen: auf dem Arbeitsplatz, im öffentlichen Raum und auch zuhause. Doch wie stellen wir sicher, dass KI nur ethisch eingesetzt wird? Muss die Politik KI mit Gesetzen regulieren oder sind in erster Linie Unternehmen selbst gefordert?

Darum ging es beim letzten  #digitalfueralle-Frühstück „Unternehmenssache KI + Ethik!? – Zwischen Eigenverantwortung und politischen Rahmenbedingungen“ bei Microsoft Berlin. Und die spannende Diskussion zeigte, wie wichtig es ist, dass Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht werden.

Der Gesetzgeber hinkt der technologischen Entwicklung immer hinterher.

Andreas Steier, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ des Deutschen Bundestags

Neben Vertretern aus der Wirtschaft nahm auch Andreas Steier, CDU-Bundestagsabgeordneter und Mitglied der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz“ des Deutschen Bundestags, an der Diskussion teil. Steier nannte als Beispiel Künstliche Neuronale Netze, bei der Informationen durch verschiedene Schichten wandern. „Da wissen derzeit selbst Fachleute nicht genau, welche Daten gerade wie ausgewertet werden.“ So etwas könne die Politik „unmöglich im Detail definieren“. Zudem würden sich selbstlernende Systeme auch ständig verändern. Auch deshalb mache eine Detail-Regulierung wenig Sinn.

Wie Unternehmen ihrer Verantwortung gerecht werden können

Damit ist klar: Die Politik kann einen Rahmen setzen – ihn auszufüllen ist Aufgabe der Unternehmen, die KI entwickeln und einsetzen. Sie brauchen eigene Ethik-Standards. Um diese Debatte voranzubringen, hat sich der KI-Expertenrat von Microsoft bei seiner Sitzung im April mit dem Thema KI und Ethik auseinandergesetzt. Hanna Hennig ist Chief Information Officer (CIO) bei Osram und Mitglied des Expertenrats. Sie berichtete von den Leitideen, die der Expertenrat entwickelt hat.

Dazu zählt beispielsweise Nachvollziehbarkeit. Es darf eben nicht sein, dass KI Entscheidungen wie eine Black Box trifft und Menschen sie nicht überprüfen können. „Es muss der Anspruch sein, dass KI sich erklären kann, auch wenn das technisch noch nicht möglich ist.“ Das sieht auch Steier so: „In diesem Bereich ist noch viel Forschungspotenzial vorhanden.“

Der Expertenrat spricht sich außerdem dafür aus, dass der Einsatz von KI in der direkten Interaktion mit Menschen stets kenntlich gemacht werden sollte. Damit Menschen wissen, ob sie gerade mit einem anderen Menschen sprechen oder einer Maschine. Um Diskriminierung zu verhindern, sollen Unternehmen beim Training der KI ausreichend große und ausreichend diverse Datensätze verwenden.

Warum nicht nur Politik und Wirtschaft gefordert sind – sondern wir alle

Ob eine KI-Anwendung ethisch verantwortungsvoll ist, sollte immer nach dem spezifischen Einsatzgebiet betrachtet werden. Denn der Einsatz in der Medizin wirft ganz andere ethische Fragen auf als beim autonomen Fahren oder der vorausschauenden Wartung von Maschinen in der Industrie. Dafür sollten Unternehmen das Thema Ethik fest verankern, kulturell wie organisatorisch. Sie können zum Beispiel firmeninterne Ethikbeiräte gründen, die andere Mitarbeiter beraten, wie sie KI ethisch entwickeln und einsetzen.

Steier schlug vor, dass auch die Politik Expertengremien gründet, die die technologische Entwicklung kontinuierlich beobachten und Standards diskutieren. „Bei Technologien, die sich immer weiterentwickeln, muss eine Überprüfbarkeit gegeben sein.“

Einig waren sich alle Teilnehmer, dass bei KI nicht nur Politik und Wirtschaft gefordert sind – sondern wir alle. „Wie bringen wir Menschen dazu, ein Gespür zu entwickeln? Das ist der entscheidende Punkt, wenn es um Ethik geht: ein Gespür, welche Auswirkungen ein Algorithmus haben kann“, fand Steier. „Dafür müssen wir ein Bewusstsein schaffen, Wissen vermitteln.“ Und zwar nicht nur in Schulen – auch die Älteren sollten nicht vergessen werden.

Harte Skills lernen und Spaß dabei haben

Lennart Wetzel, Manager Government Affairs bei Microsoft Berlin, vermisst „technologische Skills“ in der Bildung und Weiterbildung, wobei längst nicht nur trockene Programmierkenntnisse gefragt seien. Kommunikationsfähigkeit und Teamgeist aber auch Offenheit für Veränderungen müssten genauso geschult werden. „Das kommt mir zu kurz in Deutschland. Wir müssen diese Kompetenzen vermitteln, um eine größere Akzeptanz für Technologie zu schaffen. Nur wer Zusammenhänge versteht, kann die richtigen Entscheidungen treffen.“ Auch Steier betonte, dass Programmieren gar nicht so trocken ist, wie viele meinen. Er habe kürzlich eine Schule besucht, an der Schülerinnen und Schüler an einem Vormittag Grundzüge des Programmierens gelernt haben. „Die hatten Spaß dabei, das war für die ein Erlebnis.“

Hennig findet, dass eine vielfach verbreitete „Angst vor dem Untergang“ das Ausschöpfen von Potenzialen verhindere. „Wir brauchen nicht Angst, sondern Wissen, um die Zukunft bewusst zu gestalten.“ KI sieht sie neben der Cloud als die entscheidende Technologie für die Zukunft. „Wir brauchen das Wissen, um bereit zu sein für dieses Thema. Ich kann nur jedem empfehlen, eines der kostenlosen Online-Tools dazu anzuschauen.“

Wie passend, dass Microsoft in Zusammenarbeit mit dem 21st Century Competence Center gerade einen Tag vorher den neuen KI-Fitnesstest vorgestellt hat. Dort können Besucher mit einem Fragebogen ihr Wissen über KI testen und in der KI-Akademie über KI lernen. Mehr Informationen zum neuen KI-Fitnesstest gibt es hier. Und wer gleich loslegen will, kommt hier direkt zum Fitnesstest.

Informationen zur Autorin

Isabel Richter

Communications Manager | PR Lead Microsoft Berlin

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