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Wie KI hilft, den Tiger zu schützen

Vom 30.01.2019

Fotocredit: Frida Bredesen / Unsplash

Fotocredit: Frida Bredesen / Unsplash

Der WWF Deutschland engagiert sich seit mehr als 40 Jahren für den Schutz der Tiger. 2010 einigten sich Staatspräsidenten und Minister aller 13 Tigerverbreitungsstaaten auf das Ziel, die Zahl von etwa 3.200 Großkatzen in freier Wildbahn bis 2022 zu verdoppeln. Um dieses Ziel zu erreichen und Tiger nachhaltig zu schützen, müssen deren Bestandszahlen und Verbreitungswege gemessen, gesammelt, ausgelesen und analysiert werden. Hier kommt Künstliche Intelligenz (KI) zum Einsatz und unterstützt den WWF dabei, seine Ziele zu erreichen.

Um die Vorkommen von Tigern und anderen Arten zu bestimmen, werden sogenannte „Kamerafallen“ aufgebaut. Das sind Foto- oder Videokameras, die bei Bewegung Bilder oder Videos produzieren. So werden alleine im Tiger-Verbreitungsgebiet in Nordost-China pro Jahr mehr als 10.000 Fotos aufgezeichnet. Tiger sind auf weniger als einem Prozent der Bilder zu sehen.

Hier hilft den WWF-Kollegen in China KI. Mussten früher unzählige Fotos angesehen und verworfen werden, werden Tigerbilder nun durch optimierte Bilderkennung direkt erkannt. Mit Hilfe der Cloud-Technologie werden sie zudem aus meistens unwegsamem Gelände schneller zum WWF gesendet und von den Fachleuten zeitnah ausgewertet. Das spart Zeit und Ressourcen.

Video einer Tigerfamilie

Video einer Tigerfamilie

Ein weiterer Vorteil: Künstliche Intelligenz hilft, den einzelnen Tiger zu identifizieren. Jeder Tiger hat –ähnlich wie der Fingerabdruck beim Menschen- sein ganz persönliches Streifenmuster. Bei jedem aufgenommenen Tigerfoto vergleichen Experten die Streifen mit unzähligen anderen Bildern, um festzustellen, ob es ein bereits aufgenommener, ein Verwandter oder ein bislang unbekannter Tiger ist. Auch diese Arbeit kostete bislang Unmengen von Zeit und war fehleranfällig. Gemeinsam mit Wissenschaftlern arbeitet der WWF daran, mit Hilfe von KI die Bilderkennung weiter zu entwickeln, so dass jeder Tiger automatisch an seinem Streifenmuster erkannt und entsprechend gezählt werden kann.

Die Tigerzahlen zu verdoppeln, ist ein sehr ambitioniertes Ziel. Es braucht die Unterstützung vieler Akteure, um es zu erreichen. Dafür arbeitet der WWF in der Amur-Region in Russland und in Nordost-China. Weitere Informationen dazu:

https://www.wwf.de/themen-projekte/projektregionen/amur-region/china-neue-heimat-fuer-tiger/

Dass technologischer Fortschritt wie die Entwicklung Künstlicher Intelligenz dabei hilft, ist eine gute Nachricht für die Natur, für die Tiger und für jeden Umweltschützer.

Dieser Artikel erscheint in einer Serie von Gastbeiträgen zum Thema Künstliche Intelligenz und Nachhaltigkeit im Rahmen unserer Initiative Erde an KI..!? bzw. AI for Earth.

Das Programm „AI for Earth” (als Teil unserer „AI for Good“-Initiative) unterstützt Forscher*innen und Organisationen dabei, mithilfe Künstlicher Intelligenz neue Ansätze zum Schutz von Wasser, Landwirtschaft, Artenvielfalt und Klima zu entwickeln. Unter dem Motto „Erde an KI…!? – Neue Ideen für unseren Planeten“ vernetzen wir Technologie-Experten*innen mit Vordenkern*innen aus den Bereichen Umwelt-, Klimaschutz und nachhaltige Entwicklung. Das Ziel: Ein nachhaltiges Netzwerk an Mitstreitern aufzubauen, das die Lösung ökologischer Herausforderungen mithilfe von KI weiter vorantreibt. 

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