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Von Künstlicher Intelligenz, Kollaboration und Ingenieurskunst – warum die Zukunft mit KI nur gemeinsam gelingen kann

Vom 27.03.2019

Sechs Prozent – das ist der Anteil der deutschen Unternehmen, die Künstliche Intelligenz bereits einsetzen oder gerade implementieren, so eine aktuelle PwC-Studie. Weitere 17 Prozent planen, die Technologie künftig einzusetzen. 28 Prozent halten KI zwar für relevant, wollen sie jedoch nicht nutzen. Und sage und schreibe 48 Prozent der Unternehmen hierzulande betrachten Künstliche Intelligenz als irrelevant.

Diese Zahlen sind sehr ernüchternd und zeigen deutlich: In Deutschland fristet KI noch immer ein Nischen-Dasein. In Sachen Grundlagenforschung sind wir mit Forschungseinrichtungen wie dem Karlsruher Institut für Technologie, dem Deutschen Forschungsinstitut für Künstliche Intelligenz oder Forschungskooperationen wie dem Tübinger Cyber Valley gut aufgestellt. Von München bis Bremen sind in den letzten Jahren neue Lehrstühle rund um maschinelles Lernen, Computer Vision und Robotics entstanden. Doch es mangelt hierzulande (leider) noch an tragfähigen KI-Geschäftsmodellen.

Frühling der Künstlichen Intelligenz in Deutschland

Mit dieser guten Forschungsbasis und unserer starken Ingenieurskunst „Made in Germany“ sind wir eigentlich prädestiniert dafür, innovative KI-Lösungen zu entwickeln. Doch aktuell heben wir dieses Potenzial kaum, schaffen die Vernetzung von Wissenschaft und Praxis zu selten. Vor diesem Hintergrund freue ich mich umso mehr, dass 2019 in Deutschland das Jahr der Künstlichen Intelligenz ist. Die Voraussetzung sind besser denn je: Das Wissenschaftsjahr 2019 widmet sich dem Thema und auch hochkarätige Veranstaltungen wie der Forschungsgipfel setzen sich damit intensiv auseinander. Die Bundesregierung hat im letzten Jahr ihr Strategie-Papier KI herausgegeben und die Enquete-Kommission Künstliche Intelligenz ins Leben gerufen.

KI-Expertenrat: Gesellschaft x Politik x Wirtschaft

Im Dezember hat sich zudem auf Initiative von Microsoft der KI-Expertenrat gegründet, in dem 32 Vertreter aus der Wirtschaft die Herausforderungen im Umgang mit Künstlicher Intelligenz diskutieren. In der zweiten Sitzung am 28. März setzen wir uns mit ethischen Fragestellungen auseinander – ihre Bedeutung ist nicht nur Politik und Gesellschaft bewusst, auch viele Unternehmen beschäftigen sich seit Jahren mit Fragen rund um KI und Ethik. Ihre Beantwortung ist die wichtigste Grundlage für den nachhaltigen Einsatz der Technologie und ihre breite gesellschaftliche Akzeptanz.

Der KI-Expertenrat wurde ins Leben gerufen, um die aktuelle politische und gesellschaftlichen Debatte um die unternehmerische Sicht zu ergänzen. Das ist entscheidend, damit die ausgearbeiteten Handlungsempfehlungen praxistauglich sind und schnell umgesetzt werden können. Bei der Entwicklung politischer, ethischer und regulatorischer Rahmenbedingungen müssen wir die wirtschaftliche Perspektive von Anfang an mitdenken. Aus meiner Sicht ist es unerlässlich, einen so wichtigen, weitreichenden Prozess ganzheitlich anzugehen – nur wenn wir verschiedenste Perspektiven vereinen, können wir eine Zukunft mit KI gestalten, die die Interessen aller berücksichtigt.

Kollaboration statt Koexistenz: Raus aus dem Elfenbeinturm!

Doch um die Vision einer smarteren Zukunft Wirklichkeit werden zu lassen, um innovative KI-Lösungen zu entwickeln, müssen wir nicht nur über die politischen Rahmenbedingungen diskutieren, sondern auch Wissenschaft und Wirtschaft besser miteinander vernetzen. Wir haben großartige Forschungseinrichtungen und eine lange Tradition weltberühmter Ingenieurskunst – wir müssen es endlich schaffen, wissenschaftliche Methoden und Konzepte in die Praxis zu überführen und daraus tragfähige Geschäftsmodelle zu entwickeln. Das schaffen wir nur, wenn jeder seinen Elfenbeinturm verlässt und wir uns der Herausforderung gemeinsam stellen.

Elementar ist dafür eine positive Einstellung gegenüber Kollaboration, Veränderung und Technologie. Anstatt uns auf Probleme zu konzentrieren, sollten wir uns die Chancen und Herausforderungen vergegenwärtigen. Natürlich müssen wir darüber diskutieren, wie wir neue Technologien und insbesondere so mächtige wie KI verantwortungsvoll nutzen können. Doch wir sollten eins nicht vergessen: Künstliche Intelligenz kann uns bei der Lösung großer gesellschaftlicher und globaler Probleme helfen. Wir sind die erste Generation, die dieses Potenzial auch tatsächlich heben kann. Das ist eine große Aufgabe, aber ein noch größeres Geschenk.

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