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Nachlese

Inklusiv und divers: Das richtige Mindset für eine barrierefreie Zukunft!

Vom 16.10.2017

In der Diskussion darüber, wie wir unsere Gesellschaft in Zukunft gerechter und inklusiver gestalten können, spielt ein Thema stets die überragende Rolle: Der sinnvolle Einsatz von Zukunftstechnologien wie künstlicher Intelligenz, maschinellem Lernen oder Big Data. Hier sehen die Befragten einer aktuellen Umfrage, die Microsoft vom Meinungsforschungsinstitut Civey hat durchführen lassen, großes Potential. Knapp drei Viertel der Befragten waren der Meinung, Roboter oder künstliche Intelligenz könne den Alltag von Menschen mit Behinderung erleichtern. Das ist ganz besonders deshalb interessant, weil erst im vergangenen Monat nur ein Viertel der Befragten davon ausging, KI werde unsere Gesellschaft allgemein zum positiven verändern. Das zeigt uns bei Microsoft, wie wichtig es ist, die Entwicklung einer Zukunftstechnologie wie KI mit transparenten Zielen zu verknüpfen und aufzuzeigen, wie sie das Leben vieler Menschen in Zukunft ganz konkret verbessern kann. Etwa mit intelligenten Apps und Devices, wie SeeingAI oder der Emma Watch.

Als ich in der vergangenen Woche beim Lunchtalk bei Microsoft Berlin zu genau diesem Thema mit Vertretern aus Politik und Gesellschaft sprach, wurde noch etwas anderes sehr deutlich. Es ist nicht allein der technologische Wandel, der unsere Gesellschaft inklusiver werden lässt und mehr Teilhabe für Menschen mit Behinderung ermöglicht. Mindestens genau so entscheidend ist der Wandel in unseren Köpfen, ein inklusives Mindset sozusagen. Denn viele Barrieren sind nicht allein technischer Natur, sondern soziotechnisch, wie es unser Gast Prof. Dr. Niels Pinkwart von der Humboldt-Universität Berlin ausdrückte. Rein technisch sei KI heute keine Utopie mehr, doch gesellschaftlich habe die Aufklärung gerade erst begonnen. Dass Diversität und Barrierefreiheit Organisationen stärken und mitunter ungeahnte Potentiale entfalten können, hat sich offenbar noch nicht bis zu jedem herumgesprochen. So sieht es auch mein Kollege Thomas Langkabel, National Technology Officer bei Microsoft Deutschland, und forderte, dass neue Arbeitsprozesse in Zukunft von Anfang an so gedacht und gestaltet sein sollten, dass sie von jedem ausgeführt werden können. Gleichzeitig sehe ich es als Aufgabe der Politik, die regulatorischen und gesetzlichen Rahmenbedingungen zu schaffen, um den Abbau von Barrieren durch digitale Technologien zu ermöglichen.

Wenn wir tatsächlich künstliche Intelligenz für mehr Teilhabe von Menschen mit Behinderung nutzen wollen, dann müssen wir also in doppelter Hinsicht umdenken. Wir müssen technologische Innovationen zulassen und Barrierefreiheit endlich als etwas sehen, dass uns alle betrifft. Und das nicht nur, weil fast jeder von uns im Laufe seines Lebens am einen oder anderen Punkt mit körperlichen oder kognitiven Einschränkungen zu kämpfen hat. Wenn wir diesen gedanklichen Sprung schaffen, dann werden wir – da bin ich mir sicher – in Zukunft noch großartige Innovationen für mehr Inklusion erleben.

Übrigens: Mein Kollege Thomas Langkabel hat mit unserem Gast Erich Thurner, CEO von MindTags, auch im Podcast von Frank Eilers zu diesem Thema gesprochen – zum Nachhören geht’s hier.

Informationen zur Autorin

Astrid Aupperle

Leiterin Gesellschaftliches Engagement

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