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#Gesellschaftliche Verantwortung
Nachlese

Mehr Digitalkompetenz für Deutschland! Wie bringen wir die Bildungsrepublik in einer digitalen Welt voran?

Vom 11.12.2017

93 Prozent der deutschen Unternehmensentscheider und Lehrkräfte an deutschen Schulen sind davon überzeugt, dass digitale Kompetenzen ausschlaggebend für den Erfolg in der Arbeitswelt von morgen sind. Das ist eines der Ergebnisse, das eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts YouGov im Auftrag von Microsoft ermittelt hat. Doch sind unsere Mitarbeiter in spe tatsächlich fit für die digitale Welt? Wenn es nach den befragten Lehrkräften geht, dann nicht. Denn nur fünf Prozent der Pädagogen meinen, dass die Vermittlung von digitalen Kompetenzen nicht gut gelingen würde. Fast doppelt so viele Befragte aus der Gruppe der Unternehmensentscheider sehen das anders: 13 Prozent von ihnen meinen, dass die Schulen an dieser Stelle einen guten Job machen würden. Doch auch diese Zahl ist immer noch zu gering. Das fanden auch die Gäste unseres Lunch-Talks.

Dr. Barbara Dorn, Abteilungsleiterin Bildung bei der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA) zeigte sich zwar positiv überrascht, dass mit 93 Prozent so ein starkes Bewusstsein für digitale Kompetenzvermittlung bei den Befragten vorherrschen würde. Sie unterstrich aber, dass digitale Grundkompetenzen von jedem Menschen auf dem Arbeitsmarkt beherrscht werden müssen. Fachangestellte und spezielle Fachmitarbeiter müssten hier sogar noch deutlich ausgeprägtere digitale Kompetenzprofile vorweisen und teilweise auch in der Lage sein, selber zu programmieren. Dr. Dorn sieht die Schulen in der Pflicht, den Umgang mit Medien von der Grundschule an zu lehren und jedem Schüler die Möglichkeit einzuräumen, ein Fach wie Informatik wählen zu können.

Lehrer wollen keine Programmierkurse

Doch allein schon gegen die Einführung von Coding-Kursen wehrt sich mit 74 Prozent die Mehrzahl der befragten Pädagogen, ergab unsere aktuelle Studie. Mirec Hancl, Lehrer am Lessing-Gymnasium im niedersächsischen Uelzen, erklärte, dass seine Kollegen in Sachen Vermittlung von Technologiewissen in drei Typen unterteilt werden könnten: In die total Begeisterten, in die absolut Unbekehrbaren und, und in die Zweifelnden, die noch Impulse wie Fortbildungen und Best Practise Beispiele benötigen würden. Es geht aber auch anders: In diesem Jahr gab es zum ersten Mal an seiner Schule eine Abiturprüfung in Informatik, erzählte er. Im nächsten Jahr seien sogar 25 Prozent der Digitalkundeprüflinge Mädchen.

Thomas Bachem, Gründer der Code University of Applied Science in Berlin, die von 22 Prozent Studentinnen besucht wird, hat an seiner privaten Hochschule die Erfahrung gesammelt, dass sich junge Mädchen und Frauen anders an das Thema heranführen lassen als Jungen und Männer. Frauen wollen wissen, was man genau mit bestimmten Technologien erreichen kann. Männer dagegen wollen tüfteln. Thomas Bachem fordert ein radikales Umdenken der Schulen. Weg vom Fächerdenken, hin zu Projekt basiertem Unterricht.

In einem Punkt waren sich die Umfrageteilnehmer einig: Durch den Einsatz digitaler Technologien sollen im Unterricht nicht nur digitale Fertigkeiten erworben, sondern auch Kompetenzen wie Teamgeist und Wissensaustausch gefördert werden.

Ganz im Sinne der digitalen Technologien haben wir uns im Anschluss noch einmal bei Thomas Bachem von der Code University und Janine Burger vom Zentrum für Kunst und Medien in Karlsruhe zu dem Thema umgehört.

Podcast "Coden für mehr Zukunftschancen mit Thomas Bachem" anhören

Podcast "Coden für mehr Zukunftschancen mit Janine Burger" anhören

Informationen zur Autorin

Isabel Richter

Communications Manager | PR Lead Microsoft Berlin

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