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#UpdateDE: Der Faktor Wissen

Vom 21.09.2017

Bildung im 21. Jahrhundert, Bildung in einer Welt, die sich durch Digitalisierung in enormem Tempo verändert, ist eine der wichtigsten wirtschafts- und gesellschaftspolitischen Handlungsfelder geworden. Die Kultusminister der Bundesländer haben deshalb folgerichtig die Entwicklung einer „Strategie für Bildung in einer digitalen Welt“ auf die Agenda gesetzt und dies zur nationalen Aufgabe erklärt. Die Bundes regierung hat mit der Ankündigung einer Bildungsoffensive und dem Vorschlag eines DigitalPakt#D zwischen Bund und Ländern einen wichtigen Schritt in Richtung einer gemeinsamen Strategie und eines gemeinsamen Aktionsplans für Bildung in der digitalen Welt gemacht. Nun kommt es darauf an, wie Strategie und Umsetzung zwischen Bund und Ländern konkret ausgestaltet werden. Wir glauben, dass die Entwicklung des Bildungssystems, das auf wirtschaftliche und gesellschaftliche Teilhabe in einer digitalen Welt vorbereiten soll, nur durch eine gemeinsame Anstrengung aller gesellschaftlichen Stakeholder gelingen kann.

Digitaler Bildungspakt

Deshalb haben wir Ende 2015 aufgerufen, einen digitalen Bildungspakt zwischen Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft zu schließen. Darin haben sich zahlreiche Verbände und Initiativen zusammengetan, um im kontinuierlichen Dialog mit Bund, Ländern und Kommunen Handlungsempfehlungen für die konkrete Umsetzung des DigitalPakt#D und die KMK-Strategie „Bildung in der digitalen Welt“ auszuarbeiten.

Handlungsempfehlungen: Digitale Bildung

Für Microsoft ist die anstehende Wahl zuallererst eine „Chancenwahl“. Wir haben die Chance, gemeinsam die digitale Zukunft zu gestalten. Daher möchten wir aufzeigen, wo wir die wichtigsten Handlungsfelder für die nächsten vier bis fünf Jahre sehen.

Microsoft fordert die Politik auf, den mit dem DigitalPakt#D eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen und in enger Zusammenarbeit zwischen Ländern und Bund einen nationalen Plan für digitale Bildung aufzusetzen. Dieser Aktions- und Investitionsplan soll sicherstellen, dass alle Bildungseinrichtungen in Deutschland die notwendigen Voraussetzungen und Rahmenbedingungen haben, um Lernenden die Kompetenzen zu vermitteln, die sie für eine digitale Gesellschaft und Arbeitswelt benötigen. Dabei ist die Einbeziehung relevanter Stakeholder aus Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft erfolgskritisch.

Wir unterstützen den angestrebten Abschluss eines Staatsvertrags für digitale Bildung, um die rechtlichen Grundlagen des Aktionsplans zu schaffen, sowie die Verabschiedung eines nationalen Investitionsprogramms, das die Umsetzung der im Staatsvertrag festgelegten Ziele langfristig sicherstellt. Der Staatsvertrag sollte Mindeststandards für digitale Informations- und Medienkompetenz und informatische Grundbildung definieren und die Bereitstellung der notwendigen technischen Infrastrukturen, die Entwicklung didaktischer Konzepte und die Aus- und Fortbildung von Pädagogen und Lehrkräften gewährleisten.

Die wichtigste Stellschraube bei der Vermittlung von Wissen sind auch in einer digitalisierten Welt die Lehrerinnen und Lehrer mit ihrem Engagement und ihrer persönlichen Beziehung zu den Schülern. Wer heute Lehrkraft wird, muss unabhängig von der ge wählten Fächerkombination digitale Lehr- und Lernformate beherrschen – digitale Bildung ist Methodenkompetenz. In der Lehrerausbildung müssen die Nutzung digitaler Lernmittel und die Vermittlung digitaler Kompetenzen fächerübergreifend implementiert werden. Kompetenzen für das Lehren und Lernen in der digitalen Welt müssen künftig außerdem prüfungsrelevant sein. Für alle Lehrerinnen und Lehrer in Deutschland sollte die kontinuierliche Fort- und Weiterbildung im Hinblick auf ihre digitalen Kompetenzen verpflichtend sein.

Weil die Lebens- und Arbeitswelt in zunehmendem Maß durch Digitalisierung geprägt ist, müssen die Schullehrpläne angepasst werden: für die Befähigung zum selbstbestimmten, zielorientierten und reflektierten Umgang mit der digitalen Welt und die Vorbereitung auf einen digital geprägten Arbeitsalltag. Schülerinnen und Schüler müssen verstehen, wie Informationstechnologie funktioniert und welche Auswirkungen sie auf den Einzelnen und die Gesellschaft hat. Wir setzen uns dafür ein, dass die Rahmenbedingungen geschaffen werden, damit Kinder und Jugendliche zu kompetenten Nutzern und zu souveränen Produzenten von digitalen Inhalten und Anwendungen werden können. Insbesondere müssen Kindern in Deutschland bereits ab der Grundstufe fächerübergreifend informatisches Grundwissen und Grundkenntnisse im Programmieren vermittelt und diese in den einzelnen Fächern auch angewendet werden.

„Bildung für eine digitale Welt kann nur gelingen, wenn die notwendigen infrastrukturellen Voraussetzungen geschaffen werden. Microsoft fordert, dass im Rahmen des vom Bund finanzierten Breitbandausbaus nicht nur Gewerbegebiete, sondern auch Bildungseinrichtungen, insbesondere Schulen, bevorzugt an das Breitbandnetz, idealerweise via Glasfaser, angeschlossen werden und so Zugriff auf die notwendigen Bandbreiten von mindestens 100 Mbit/s erhalten.

„Alle Lehrenden und Lernenden in Deutschland sollten die Potenziale des vernetzten, zeit­ und ortsunabhängigen, individualisierten Lehrens und Lernens nutzen können. Bund und Länder müssen deshalb den Einsatz von cloudbasierten Lernplattformen und Infrastrukturdiensten in ihrem nationalen Aktionsplan für digitale Bildung priorisieren. Wir unterstützen die Strategie der Kultusministerkonferenz, inkompatible und unwirtschaftliche Insellösungen zu überwinden und länderübergreifend vergleich bare Standards für digitale Bildungsinfrastrukturen wie Lernplattformen, Verwaltungssoftware, Authentifizierungssysteme sowie Endgeräte zu definieren. Um Referenzmodelle zu entwickeln, sollte zeitnah eine Expertengruppe eingesetzt werden, die konkrete Empfehlungen für die Umsetzung interoperabler und datenschutzkonformer Bildungsinfrastrukturen im Rahmen des DigitalPakt#D erarbeitet.

Alle Kinder und Jugendlichen sollten auch in der Schule Zugang zu digitalen Endgeräten wie Tablets, Laptops und Smartphones haben. Dort, wo die Schulausstattung noch nicht ausreichend für alle Schüler ist, sollten sie ihre eigenen Geräte nutzen können. Es muss sichergestellt werden, dass Laptops und Tablets für den Schuleinsatz steuerlich als Lernmaterialien behandelt werden, wenn sie den der Schule vorgegebenen Richtlinien entsprechen. Damit ein „Digital Divide“ vermieden wird, regen wir an, das Bildungsteilhabegesetz auf Schüler-Laptops bzw. -Tablets, elektronische Lernmaterialien, die zugehörige IT-Peripherie sowie entsprechende Software und Dienstleistungen für den Schulgebrauch auszudehnen.

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Dieser Artikel ist ein Auszug aus unserer Publikation #UpdateDE. Das gesamte Papier finden Sie hier.

Informationen zur Autorin

Astrid Aupperle

Leiterin Gesellschaftliches Engagement

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